Samstag, 18. Februar 2017

Für Neues muss Altes gehen



Vor mir stirbt ein Stück Natur
Der Bagger nimmt sich Baum für Baum
Ich höre zu und starre stur 
Auf jeden einzelnen am Zaun
Gänsehaut bei jedem Krach
Ein jeder schreit mit einem Ach
Es tut weh, will das nicht seh'n
Ich stehe da und kann nicht geh'n
Sehe wie der Schredder frisst
Meine Welt, die nicht mehr ist. 
Es tut so weh, beim Sterben zuzusehen
Für jede Wurzel möcht' ich flehen
Hört Ihr denn nicht der Bäume Klagen? 
Ich weine, doch es ist zu spät für Fragen. 
Mord und Totschlag - und wofür?
Für neuen Baugrund vor meiner Tür.
Blick in die Ferne weit und breit. 
Es tut weh. 
Ich bin dafür einfach nicht bereit. 


Dienstag, 15. März 2016

Es ist!


Es ist!
Nun ja, meist ist's schon mal gewesen. 
Darüber gibt's ne Menge Thesen. 
Was wir bemerken und jetzt sehen,
Ist uns zuvor meist schon geschehen. 

Wir haben's da nur nicht geblickt
Wahrscheinlich waren wir verstrickt 
In andre Nöte und auch Sorgen.
Und so blieb es uns da verborgen. 

Doch vieles kommt nochmal zurück
Heut ist es Pein und morgen Glück. 
Es kommt so oft, bis wir versteh'n,
Die Welt erfahren zu begeh'n. 

Umsonst erfährst Du all das nicht. 
Und jedes Jahr gibt Dir Gewicht. 
Der Rucksack schwer den Rücken drückt
So gehst Du langsam und gebückt. 

Dein Blick ruht auf der Straße nun, 
Um jeden Schritt bewusst zu tun. 
Die Last gibt schwer Dein Tempo an. 
Ich sage Dir, halt doch mal an! 

Wag es, den Rucksack aufzumachen,
Such das Gewicht in all den Sachen. 
Nimm sie heraus und schau sie an,
Dann nimm Dir Zeit und mach was dran. 

All das, was saß Dir im Genick,
Das Du verstehst, kommt nicht zurück. 
So kannst Du wieder aufrecht gehen
Und Menschen in die Augen sehen. 

Geh dann hinaus, aufrecht und klar
Nun sieh Dich um, nimm alles wahr. 
Es leuchten Herzen Dir entgegen. 
Die mit Dir geh'n auf Deinen Wegen. 

Erkennen musst Du nun die Rechten. 
Sie aussortieren von den Schlechten. 
Die warme Hand, die sollst Du finden,
Sie greifen und dann an Dich binden. 

                                              (c)iriskraut  










 





Mittwoch, 31. Dezember 2014

Adieu



Du gehst, und wieder lässt Du mir
Erinnerungen vor meiner Tür. 
Dinge, die ich nicht halten kann, 
auch wenn ich's wollte dann und wann. 

Wir hatten keine schlechte Zeit. 
Geweint, gelacht, gekämpft, befreit. 
Zeit, Dir nun Adieu zu sagen. Ohne Jammern, ohne Klagen. 

Denn jeder Tag, so sagst Du mir, 
ist immerhin ein Stück von Dir. 
Ich entscheid, was ich draus mache. 
Ob ich weine oder lache. 

Stimmt schon, denke ich bei mir
Und räume auf vor meiner Tür. 
Ich brauch den Platz für all das Neue, 
auf das ich mich schon heute freue! 

                                    (c)irisKudelko

Montag, 20. Oktober 2014

Himmelssplitter


Im Rinnstein tobt ein wilder Bach
Treibt bunte Blätter vor sich her
Reißt glucksend sie mit in die Tiefe
Verschwindet unter'm Stadtverkehr

So butterweich wie Fettlasur
Läuft glänzend Wasser in Kaskaden
Über die Museumstreppe
Genährt noch von den Regenschwaden

Von der Markise dort beim Eismann
Schwappt immer wieder eine Welle
Landet platschend auf den Tischen
Doch langsam wird es wieder helle
 
Am Boden spiegelt sich der Himmel
Versinkt in einer Pfütze Meer
Wolken schwimmen übers Pflaster
Und Vögel fliegen drin umher 

Ein kleines Mädchen kommt gerannt
Und springt mit beiden Füßchen rein
Himmelssplitter sprüh'n galant
Brilliantengleich im Sonnenschein. 

                             (c)irisKudelko