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Samstag, 3. Mai 2014

Frühlingsmorgen



Es ist noch früh, die Sonne malt
Ein Funkeln auf das Gras. 
An jedem Halm ein Edelstein,
Wie fein geschliff'nes Glas. 

Von unten steigt der Nebel auf,
Malt alles weich und zart. 
Ein Eichhörnchen hat mich erblickt,
Das nun am Baum verharrt. 

Ein Vogel fliegt mit einem Zweig
Vorbei zu seinem Nest. 
Ein andrer stimmt sein Lied grad an,
Dort oben im Geäst. 

Der Duft von Flieder fängt mich ein,
Ich kann nicht weitergehen.  
Schließe die Augen, atme ein,
Lass mich vom Glück umwehen.  

                                  (c) Iris Kudelko

Mittwoch, 3. April 2013

Du bist mein erster Gedanke



Welche Bedeutung hat mein erster Gedanke und welche mein letzter? 
Wie wichtig ist er tatsächlich? 

Wenn sich mein erster Gedanke am Morgen verändert, hat sich dann bereits etwas verändert? Oder ist es nur ein Zeichen, dass sich gerade etwas verändert? Vielleicht zeigt es mir auch nur, dass sich meine Aufmerksamkeit verlagert hat.

Aber warum? Und was bewirkt es? Fragen wir uns das? Viel wichtiger noch: Suchen wir darauf eine Antwort? Ich meine, wir tun es meistens nicht.

Wie so oft sehen wir nur die Zeichen an der Wand, versäumen aber, sie zu deuten. Wir hören uns nicht zu. Viel zu oft nehmen wir es nur hin, sitzen im Zug und verpassen gedankenverloren unsere Haltestelle. Nur im Leben ist es mit dem Umsteigen und Zurückfahren meist nicht so einfach. Wer das einmal versucht hat, stellt fest, dass die Haltestelle bereits wieder entfernt wurde.
 
Warum schwingen wir immer gleich die Füße aus dem Bett, anstatt einfach einmal kurz innezuhalten und zu sagen „Halt. Pause!“
Fang doch den nächsten flüchtigen Gedanken morgen früh einmal ein und sieh ihn Dir genau an.

Frage ihn, woher er kommt und wohin er mit Dir will.
Er hat Dir etwas zu erzählen, wenn Du ihn nur lässt. Deshalb kam er heute zu Dir.